Chancen und Herausforderungen für Frauen in der Grundsicherung SGB II
20. März 2026
Unterstützung durch das Jobcenter Dessau-Roßlau
Für Menschen in finanziellen Notsituationen bietet die Grundsicherung des SGB II eine wichtige finanzielle Unterstützung. Trotz Zunahme von Diversität und Gleichstellung am Arbeitsmarkt sind die Herausforderungen für Frauen auf dem Weg in Beschäftigung häufig größer als bei den Männern. Das Jobcenter bietet dazu individuelle Beratung undunterstützende Leistungen an, damit eine Beschäftigung für Frauen und Männer gelingen kann.
Im Jobcenter Dessau-Roßlau wurden im Februar 2026 1.117 arbeitslose Frauen betreut, jede dritte Frau kommt aus einem anderen Herkunftsland, jede fünfte Frau ist alleinerziehend. Kommen lange Erwerbsunterbrechungen aufgrund von Erziehungszeiten, ungeklärte Betreuungssituationen von Kindern oder Sprachbarrieren hinzu, so sind das eindeutige Hindernisse auf dem Weg in eine Beschäftigung, von welcher Frauen häufiger betroffen sind, als Männer. Mit der persönlich individuellen Beratung und unterstützenden Förderleistungen können die Beschäftigungschancen von Frauen gesteigert werden.
42 Prozent der arbeitslosen Menschen im Bürgergeld sind Frauen, mehr als die Hälfte wünscht sich eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Vollerwerb. Dabei stehen Frauen jedoch häufig vor größeren Herausforderungen auf dem Weg in Arbeit, welche sich aus Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der damit häufig gewählten Teilzeit ergeben kann. Kommen sprachliche Barrieren durch Migration hinzu ist der Weg in eine Beschäftigung nochmals herausfordernder und es bedarf viel Kraft, Zielstrebigkeit und Geduld. Wir möchten, dass Frauen und Männer gleichberechtigt am Arbeitsmarkt teilhaben dürfen. Daran ausgerichtet ist unserer Beratung - individuell und entsprechend der Bedürfnisse der Person, welche nach einer Beschäftigung oder Ausbildung sucht. Damit nehmen wir die Potenziale und Stärken in den Fokus und suchen gemeinsam mit der Kundin nach Lösungen. So schaffen wir Chancengleichheit in unserer Beratung.“
Zu den Handlungsansätzen des Jobcenters gehören dabei eine gute Beratung zur Situation und den Anforderungen des Arbeitsmarktes. Zu Themen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bietet die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt regelmäßig Sprechzeiten an. Ziel ist es eine bedarfsdeckende und langfristige Beschäftigung zu finden. Der Beratungsansatz im Haus ist stärkenorientiert. Was ist an Kenntnissen vorhanden? Worauf lässt sich aufbauen? Lange Erwerbsunterbrechungen gehen jedoch häufig mit veraltetem beruflichem Wissen und einem Gefühl der Unsicherheit einher. Mit einer Förderung der beruflichen Integration durch eine gezielte Maßnahme haben Frauen die Chance ihre beruflichen Kenntnisse zu aktualisieren oder auch neue Qualifikationen zu erwerben, womit ihre Jobchancen gesteigert werden können. Informationen dazu bekommen sie in regelmäßig angebotenen Veranstaltungen und bei ihrer persönlichen Integrationsfachkraft.
Nicht immer kann gleich eine berufliche Kenntnisvermittlung umgesetzt werden. Oftmals gilt es auch zunächst die Kinderbetreuung zu klären oder die Sprachkenntnisse auszubauen. Auch hier unterstützt das Jobcenter insbesondere durch eine gute Netzwerkarbeit und eine frühzeitige Beratung von Frauen in Erziehungszeit.
Wir machen die Erfahrung, dass viele Frauen häufig ein hohes Maß an Motivation und Eigenengagement mitbringen. Das möchten wir nutzen, indem wir Ihnen genau die Möglichkeiten bieten, welche sie in Ihrer Situation benötigen, sodass die Integration in den Arbeitsmarkt gelingen kann.
Statistik
Quelle: Bundesagentur für Arbeit
Arbeitslose Frauen (Stand: Februar 2026)
- 1.117 arbeitslose Frauen
- 411 Frauen aus einem anderen Herkunftsland (mehr als jede 3. Frau)
- 231 Alleinerziehende (21%)
- 550 ohne Berufsabschluss bzw. Anerkennung eines Berufsabschlusses (49%)
- 556 Frauen mehr als 12 Monate arbeitslos (50%)
- 680 Frauen suchen eine Vollzeitbeschäftigung (61%)
Erwerbsfähige Leistungsberechtigte Frauen (Stand: November 2025)
- 2.430 Frauen (2.550 Männer)
- 938 Frauen aus anderen Herkunftsländern (39%)
- 431 Frauen gehen einer Erwerbstätigkeit nach (18%)
Integrationsquote arbeitslose erwerbsfähige Leistungsberechtigte (Stand: Oktober 2025)
- Frauen: 24,4% in Dessau-Roßlau, 22,4% in Sachsen-Anhalt
- Männer: 29,1% in Dessau-Roßlau, 39,1% in Sachsen-Anhalt
Kontakt:
Jobcenter Dessau-Roßlau
Seminarplatz 1
06846 Dessau-Roßlau
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Ansprechpartnerin:
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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